Geistiger Hintergrund der Stiftung

Seit Anbeginn der Geschichte versucht der Mensch, seine Natur zu ergründen. Das Wissen um seinen unabwendbaren Tod lässt die gleiche drängende Frage in verschiedenen Ausprägungen auftauchen: 

  • "Gibt es ein Leben nach dem Tod?"
  • "Was ist der Sinn des Lebens?"
  • "Was ist der Ursprung der Welt?"
  • "Wer bin ich wirklich?"

Jeder Mensch ist mit diesen Fragen irgendwann einmal konfrontiert, besonders in Zeiten von Lebenskrisen, die z.B. durch den Verlust eines geliebten Menschen, den Verlust der Einkommensquelle oder durch lebensbedrohende Krankheit ausgelöst werden können. Manchmal treten im Leben eines Menschen auch ohne erkennbaren Grund Gefühle von Sinnlosigkeit oder Bedeutungslosigkeit auf, oder es nagt eine innere Unzufriedenheit, "obwohl ich doch alles habe und eigentlich glücklich sein müsste".

Es gibt sowohl in der westlichen, als auch in der östlichen Kultur "innere" Wissenschaften, die den Menschen auf seiner inneren Suche begleiten können und Antworten auf seine grundlegenden Lebensfragen anbieten. Auf Gut Saunstorf entwickelt sich die Vision eines geistigen Zentrums, das frei ist von jeder religiösen Bindung und in dem sowohl westliche als auch östliche Geisteswissenschaften und Therapien gelehrt und angewandt werden.

Auf dem westlichen Weg entwickelte sich neben der Philosophie und der christlichen Religion in neuerer Zeit die Psychologie, welche die Inhalte des menschlichen Geistes erforscht. Die Psychologie in Verbindung mit moderner Hirnforschung hat gezeigt, dass das, was ein Mensch für Realität hält, in Wirklichkeit ein Gebäude aus willkürlich zusammengesetzten persönlichen Prägungen der Vergangenheit ist, die zum großen Teil unbewusst bleiben. Die Erforschung der Psyche des Menschen dient dazu, diese besonders von den Eltern übernommenen Selbstbilder und Lebenskonzepte zu erkennen und zu hinterfragen, um wieder den Raum für eine unverzerrte Wahrnehmung zu schaffen, die auf der Autorität der eigenen Natur beruht. Unter den ältesten und grundlegendsten philosophischen Lehren des Ostens finden sich die Traditionen des Tao in China, des Zen in Japan bzw. Ch'an in China sowie der Advaita Vedanta in Indien. Diese Wege betonen die direkte Einkehr in einen Raum innerer Stille. Dazu werden z.B. Meditationstechniken gelehrt, die den rastlosen denkenden Geist beruhigen und Erfahrungen von innerer Harmonie und unvergänglichem Glück ermöglichen.

Das Wissen um die Kraft der inneren Stille gewinnt für den modernen westlichen Menschen, der in einer unruhigen und unsicheren Zeit lebt, immer mehr an Bedeutung. Gut Saunstorf als ein Ort des Rückzugs und der Einkehr ist der Wiederentdeckung des inneren Friedens und der inneren Stille gewidmet. Dazu kommt die Tiefenerforschung der Natur des menschlichen Geistes, der von ihm erschaffenen illusionären Welt, wozu fundamental ein sich vom Ursprung getrenntes „Ich“ gehört. Diese Erforschung in Form von Innerer Arbeit führt letztlich in die Realisation der ewig wahren Realität, frei von jedweder Bedingtheit und öffnet den Raum der ewigen Philosophie, der „Philosophia perennis“.